am siebzehnten Novembertag irgendwann
Ein Gesprächstermin mit vielen Fragen fand statt: Wie solle denn eine Mutter sein, die für ihr Kind das Sorgerecht bekommen könne? Das Recht, einen Arzt zu wechseln hat jeder in Deutschland, - angeblich. Was meint ein Psychologischer Sozialer Dienst zu diesen Fragen?


Dann hatte ich noch etwas von Waffengleichheit gehört?
Gespräche mit Baumgart
nach Simons Medikamentenumstellung

Am siebzehnten Novembertag irgendwann sehe ich in die Eichenholzzeitmaschine. Erik holt mich von zu Hause ab. Wir fahren ins Jugendamt zum abgesprochenen Termin. Es wird ein Drei-Stunden-Gespräch geben. Der „psychologische soziale Dienst“ ist ebenfalls dabei. Er wird uns vorgestellt, obwohl wir ihn schon kennen gelernt haben. Baumgart duzte den „psychologischen sozialen Dienst“. Er verschwieg nicht, dass sie lange Jahre befreundet sind und auch deren Familien. Also wird er Baumgart nicht für psychisch krank erklären. Doch gut, dass er dabei sitzt. Ich brauche viele Menschen, die mich verstehen, und vielleicht bereit sind, einen kleinen Gegenpart anzusteuern, falls Baumgart jetzt nicht funktioniert. Vielleicht ist dieser „psychologische soziale Dienst“ die Kraft, die Baumgart beeinflussen kann.

Vielleicht kann ich ihn als Zeugen vor Gericht laden lassen. Baumgart will ihn nur als Zeugen, wenn festgestellt werden könne, ich sei krank. Jetzt stellt Baumgart mich vor, dann ihn. Wir begrüßen uns. Baumgart sagt etwas über mich. Baumgart meint, er könne mich und meine Sorgen manches Mal sehr gut begreifen und nachvollziehen. Manchmal aber auch wiederum nicht. Ich frage nicht weiter nach wie und wann, jetzt jedenfalls noch nicht. Baumgart sagt: „Gestern bin ich noch in die Klinik gefahren und habe mit Simon gesprochen. Der Junge schottet sich sehr ab. Ich habe ihm gesagt, dass er jetzt endlich selbst was für sich tun solle. Er werde in ein paar Wochen das Krankenhaus verlassen können.“ Ich schlucke heimlich, das wäre mir zu lange. Es heißt also nicht mehr in Kürze. Und was heißt, er könne selbst etwas für sich tun?

Zum Schluss sagt Baumgart noch, auf Simon solle das angeblich gewirkt haben. Ich denke, wie hat das gewirkt? Er sagt danach, er Simon, sei jetzt zufrieden damit. Und danach steigert er sich: „Ich habe einen Draht zu dem Jungen bekommen“. Ich sage nichts. Ich versuche zu denken. Der Holzfäller widerspricht sich oft. Jeder weiß wahrscheinlich, wenn Simon sich jetzt abschottet, ist sein Verhalten normal. Und jeder weiß, was das für einen Dreizehnjährigen heißt, er könne erst in ein paar Wochen die Klinik verlassen, was vorher ‚in Kürze‘ hieß. Mich irritieren Baumgarts Sprüche nicht mehr, weil ich jetzt aufhöre, das zu verstehen. Ich möchte jetzt auf die dreisten, fetten Lügen nicht eingehen, die mir zwar wehtun und mich lehren, wie bewusst Menschen ihr eigenes Gewissen versuchen zu reinigen, indem sie Tatsachen verschleiern, um andere Menschen in die Hölle schicken. Denn dumm ist Baumgart nicht. Er hat diesen Job hier. Er arbeitet jetzt vielleicht mit Dr. Stampfstein zusammen und missachtet weiter unsere Menschenrechte? Wenn das so ist, wie kann der das mit Kindern, wie Simon, machen? Ich habe jetzt nur die Aufgabe, Baumgart von so klaren Tatsachen und Nachweisen zu berichten, dass er so einfach nicht aus der Angelegenheit nicht erledigen kann.

Wir sprechen miteinander, und der ‚psychologische soziale Dienst unserer Stadt‘ hat sich voll darauf eingestellt, nur passiver Zuhörer zu sein. Während ich viele Sachverhalte auch mit Hilfe meiner fertiggestellten Unterlagen zu klären versuche und dazu auch eine eigene Stellungnahme abgebe, sucht Erik hin und wieder das Gespräch mit dem ‚psychologischen Dienst‘. Dieser möge doch etwas zu meiner Stellungnahme und den Sachverhalten sagen. Damit hat der ‚Dienst‘ nicht gerechnet. Er entgegnet Erik freundlich, manchmal mit Kopfnicken, manchmal mit zurückgehaltenen Gesichtsausdruck oder Aussagen. Was ich meine, sei wohl auch ganz klar, stimme er zu, etwas benommen, etwas vorsichtig.

Die von mir erstellte Ausarbeitung habe ich in der Hand. Das medizinische Vorgehen des Arztes Dr. Stampfstein widersprach allen Absprachen und Zusicherungen. Sein Vorgehen betrachte ich schlichtweg als scheußliche Willkür. Ich trenne peinlichst genau das angezweifelte medizinische Vorgehen der Anstalt von dem katastrophalen, menschlichen Umgang mit Patienten und deren Angehörige. Ich habe also zwei Anklagen gegen die Kinder- und Jugendpsychiatrie in K. Dadurch kann sich Baumgart nicht als Nichtmediziner aus meinem Anliegen herauswinden. Denn der menschliche Umgang mit uns ist auf jeden Fall verbrecherisch. Das darf er nicht mittragen. Er macht sich strafbar, sollte er jetzt nicht reagieren. Er entpuppt sich ganz und gar zum Monster, sollte er jetzt nicht tun. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nichts tut. Ich achte immer darauf, bevor ich von Willkür spreche, den Tatvorgang deutlich vorher erklärt zu haben und welche Zeugen es dafür gibt. Baumgart hört lange zu, aber hält sich mit seiner Meinung zurück, wie immer.

„Wenn es kein Vertrauen mehr gibt, wird jeder Mensch den Arzt wechseln. Wenn man sich schlecht behandelt fühlt, wechselt man ebenfalls. Da bleiben wäre ungesund. Simon ist vielleicht der einzige Mensch in Deutschland, der den Arzt nicht wechseln darf, ein dreizehnjähriger Junge“, stelle ich mit Unbehagen fest „Das macht krank“. So schließe ich meine Erklärungen und warte auf Antwort.

Baumgart macht Pause, dann antwortet er kurz und pauschaliert mit einem einzigen endgültigen Satz. Aus seiner Betonung hört sich der Satz zumindest endgültig und beschlossen an. Seine Verhaltensweise erinnert mich an Dr. Bück, der nur zuhörte und schließlich meinte, wir hätten ein gutes Gespräch geführt. Dann auf einem Fax der Psychiatrie versicherte, sie nicht zu kontrollieren. Auch dieser Arzt läuft vielleicht schon lange ohne Gewissen herum.

Baumgart antwortet: „Also den Ärzten ins Handwerk pfuschen kann ich nicht.“ Ich erwidere: „Herr Baumgart, es gibt da zweierlei. Der menschliche Umgang ist ungesund und untragbar. Das wird jedem deutlich, da muss man kein Arzt sein. Man pfuscht auch keinem ins Handwerk herum, wenn man sich jetzt einsetzt. Man verbessert einen menschlichen Umgang damit, wenn dieses Vorgehen unterbunden wird, und zwar, indem Simon da ganz herausgeholt wird. Sie haben dort im menschlichen Umgang versagt. Das ist doch ganz klar.“. Wer lässt eigentlich medizinische Operationen durchführen, ohne nachvollziehen zu können, was da gemacht wird. Obwohl dieser Arzt mit seinem Verhalten gezeigt hat, dass man ihm misstrauen muss, weise ich Baumgart nur auf diesen menschlichen Umgang hin, den er nicht weiter gestatten darf: „So geht man nicht mit Menschen um. Sie sind derjenige, der das Gesundheits- und Aufenthaltsbestimmungsrecht in der Schublade hält. Ich komme nicht dazu, mein Erziehungsrecht wahrzunehmen. Das ist Ihre Verantwortung. Sorgen Sie dafür, dass ich mein Erziehungsrecht wahrnehmen kann. Das beinhaltet das Sorgerecht auch. Sorgen Sie dafür, dass Simon an einen Ort kommt, der einen menschengerechten Umgang leistet, damit er wieder Vertrauen lernt. Er kann selbst für sich was tun? Was denn?“

Wieder erwähne ich, dass ich mir nie etwas habe zu Schulden kommen lassen. Die Krankenschwester sei Zeugin. Ich habe mich anständig aufgeführt. Damit sei eine Besucher- und Telefonsperre, die mir ausgesprochen wurde, schlichtweg Willkür. Sie ist gegen Simons Gesundheit. Nie habe es einen Grund gegeben, dass ich so behandelt werden darf. Frau Ahl habe uns, eine gute Mitarbeit der Eltern und ein gutes Patientenverhältnis versprochen. Stattdessen dürfe Erik Mayer jetzt nicht mehr mit den Ärzten sprechen. Er habe den Chef der Klinik aufgesucht, der behauptete, Erik kenne die Verhältnisse nicht, und ihm befahl, sich aus der Angelegenheit rauszuhalten. Ich ereiferte mich weiter: „Was hatte sich Herr Mayer zu Schulden kommen lassen, wegen des erteilten Hausverbotes durch Dr. Stampfstein. Bekam er Hausverbot, weil er lange Zeit eine gute Vermittlungsperson zwischen Ärzte, Jugendamt, Mutter und Patienten war? Weil er uns geholfen hatte? Weil es uns allen damit besser ging? Es wäre eine unterlassene Hilfestellung, jetzt nichts zu tun! Erik bestätigte das mit Kopfnicken.


Der zugelassene Totalanschlag
auf eine Mutter und
auf ein Kind, dem ständig gesagt wurde,
es solle selbst etwas für sich tun

Baumgart sitzt immer noch am Schreibtisch. Er schweigt. Der ‚psychologische Dienst‘ sitzt immer noch gegenüber und schweigt. Erik sitzt links neben dem ‚psychologischen Dienst‘, ‚dem psychologischen Dienst‘ in Körperhaltung zugewandt. Sein Kopf ist Baumgart zugewandt. Alle warten auf Baumgarts neue Entscheidung. Ich glaube, er braucht noch ein paar Erklärungen und dränge weiter: „Was da passiert, ist ein Totalanschlag auf ein Kind, ein Totalanschlag auf ein einzelnes Kind, dessen Rechte in der Schublade des Jugendamtes liegen. Ein Kind, das belogen wurde, es könne mitarbeiten und für sich selber etwas tun. Es fing gerade an damit, und dann bekam es Tabletten, die es lahmlegten. Natürlich wird dieses Kind aufgeben, für sich selbst etwas zu tun. Dieses Kind hatte geweint und wollte mich auf seinen Tod vorbereiten: „Ich bin dreizehn. Ich bin in der Klapse. Wer holt mich hier raus? Die Medizin bringt Sehstörungen, wacklige Beine, Schwächeanfälle, Kreislaufbeschwerden, zittrige Hände beim Schreiben, Traurigkeit, Lustlosigkeit und das alles soll mehr Glück bringen? Danach half Herr Mayer mir, Gespräche mit der Klinik zu führen. Wir sahen alle, die Gespräche und die andere Behandlungsmethode tat Simon gut. Alle freuten sich darüber. Sie, Herr Baumgart meinten, wenn es ihm weiterhin besser damit geht, wird auch weiter heruntergesetzt. Das ist nicht passiert. Willkürlich ist das Gegenteil gemacht worden, ohne Visite des Arztes.

Dr. Sieknecht wäre noch bis hundert Milligramm Solian herunter gegangen. Wenn alles gut gegangen wäre, wäre Simon nach den Herbstferien wieder zur Schule gegangen, versprach sie. Endlich hofften wir wieder auf etwas mehr Normalität in unserem Leben. Es gab keinen Grund, das im Nu wieder alles kaputt zu machen.“

„Was da passiert, ist ein Totalanschlag auf eine Mutter, ein Totalanschlag auf eine einzelne Mutter, die sich nichts weiter wünscht, als ihr Kind endlich erziehen und versorgen zu können, damit es sich wieder wohl fühlen kann. Ein Recht, das jeder Mutter zusteht. Jugendamt und Psychiatrie machen sogar deutlich, dass sie nicht vorhaben, das Drama nach bestem Ermessen zu beenden. Sie wollen Waffengleichheit zwischen Mutter und Vater schaffen. Waffengleichheit sind jetzt ihre Begriffe. Damit wir weiter in der Arena für sie kämpfen können. Dr. Stampfstein sagte es ganz deutlich. Er lachte und redete von Waffengleichheit, wenn ich jetzt eine Besuchersperre bekomme und der Vater wieder besuchen darf, ist das ein böses Spiel.

Da darf kein Jugendamt mitspielen. Die Eltern würden sich einander konträr gegenüber verhalten. Deswegen bekomme keiner von beiden das Sorgerecht ist ein völlig falsches Argument. Damit wird jeder Schritt in eine gute Richtung für Simon abgeblockt. Wenn ein Elternteil ständig erziehen und Sicherheit geben möchte, der andere Teil aber - das ist doch bewiesen - nur angreifen will, bis das Kind zu seinem Eigentum wird, das er oft auch demütigt und unterdrückt, der nicht so erziehungsfähig zu sein scheint, dann stellt man sich auf die Seite des erziehungsfähigen Teils, damit sich was zum Guten bewegt. Damit endlich was verändert wird, an der Situation.

Sie, die Eltern, stehen zu konträr gegenüber. Was heißt das? Soll ich denn werden wie sein Vater? Ist das besser? Wen hat denn Simon dann noch? Und wäre das denn dann nicht Konträr gegenüber stehen, wenn beide so handeln wie sein Vater? Das ist doch kein Argument, wenn man für das Kind etwas bewegen möchte.

Es kann nicht mehr sein, dass es den Medizinern um Gesundheit, Wohlbefinden und starke Psyche geht. Zumindest geht es mir nicht in den Kopf. Bei dieser Methode ist das nicht mehr möglich. Wir wünschen uns wieder etwas mehr Stolz und Würde. Deswegen möchte ich mir dieses Sorgerecht nicht entziehen lassen. Denn ich bin seine Mutter und in dieser Rolle nicht schlecht. Wenn ich in dieser brisanten Zeit unbequem war und bin, geschah dies aus Besorgnis. Und wie muss denn eine Mutter sein, um das Sorgerecht zu bekommen?

Wo habe ich wirklich einen Fehler gemacht, der einen Sorgerechtsentzug rechtfertigt? Ich denke bisher stets verantwortlich und auch klug in meiner Rolle gehandelt zu haben. Simon würde sich damit sehr viel besser fühlen, wenn wenigstens ein Elternteil das Sorgerecht behält, denn es ist viel besser als irgendeine andere Lösung für ein Kind. Es gibt Sicherheit für Mutter und Kind. Letztendlich wird es dann auch dem Vater wieder besser gehen. Auch, wenn er es bisher nicht einsieht.

Auch wenn Simon nicht immer Gutes über mich hört und er diese Aussagen hin und wieder übernommen hat, so wird seine Einstellung sich ändern, wenn er weiß, ich habe das Sorgerecht für ihn gewonnen. Simon hat bereits negative Befürchtungen. Er muss gehört haben, was Psychiater in der Psychiatrie unter sich besprochen oder aushandelt haben. Es wurde sogar kurz mit ihm darüber gesprochen. Er konnte sich nicht wehren. Es würde meinen Sohn, um den es hier geht, aber sehr stärken, wieder etwas anderes zu hören.

Ich denke auch, wenn irgendwie möglich, nimmt man kein Sorgerecht weg, und offen gesagt, ein Krankenhaus wie dies habe ich vorher nie erlebt. Ich fühle mich sehr ausgepowert. Lange Gerichtswege mag ich nicht mehr. Für Simon muss ein fester bleibender Zustand gesichert werden. Bitte helfen Sie uns.

Sollten die Ausführungen auch Vorwürfe enthalten, geschah das nur aus der Erlebnisschilderung heraus in meiner besonderen Situation und kann geklärt werden. Ich kann auch wieder zurücknehmen, was ich sagte. Bedenken Sie auch die aktuelle Situation. Normalerweise hätte Simon kommendes Wochenende bei mir geschlafen können. Er machte dafür sein Zimmer gemütlich und schön. Jetzt darf ich nicht einmal mit ihm telefonieren und es geht ihm sehr schlecht.

Auch wenn ich oft anderer Meinung bin, ja sogar Angst um Simon habe, wenn ich von solchen Tabletten höre, so wäre es doch schön, mich als akzeptable Mutter anzuerkennen. Hätte die Psychiatrie mir Simon vor der Medikamenteneinnahme gezeigt und mir erklären können, dass er solche Medikamente braucht, hätte ich das auch zugelassen. Doch die Dinge verhalten sich hier anders. Es ist das geschehen, was um Gottes Willen überhaupt niemals passieren werden würde. So klangen Frau Mulls Worte. So wurde mir versprochen.“

Ich schaue fest im Gesprächskreis herum, während ich rede. Alle sind stumm und ernst und hören zu. Ich rede weiter über mich, meine Selbstdarstellung:

„Ohne dass ich eine pädagogische oder soziale Ausbildung habe, bin ich doch immer wieder mit Tätigkeiten konfrontiert worden, die diese Bereiche in mir förderten. Nach meiner eigenen Leistungssportkarriere trainierte ich Kinder und Jugendliche. Herr Baumgart, Sie, rieten mir vor drei Jahren in der Schulaufgabenhilfe der Stadt Braunschweig tätig zu werden, da ich durch die Ehetrennung gerade keine Arbeit hatte. Ich nahm das Angebot an, bewarb mich dafür und wurde aufgenommen. Es machte mir sehr viel Spaß. Ich brachte neue Ideen in die Gruppen und war sehr engagiert. Meines Erachtens behielt ich meistens die schwierigsten Kinder.

Ein Mädchen, das sich stets zurückzog und nie ein Wort sprach, lächelte, redete und fing irgendwann an zu spielen, durch die Beziehung, die ich zu ihr aufbaute. Ein Junge, der schnell aggressiv wurde und ständig aus Ängstlichkeit blockierte, schenkte mir zum Schluss der Stunden oft Kaugummi und Vertrauen. Es war schön, diese Erfahrung gemacht zu haben, und es gibt heute noch Zeugen, die mir das bestätigen können. Es würde mir daher sehr leidtun, meinem eigenen Sohn nicht mehr helfen zu können. Ich gründete in einer Elterninitiative einen Kinderhort für Schulkinder im Jugendzentrum unseres Ortes mit und leistete zeitweise auch Betreuungsarbeiten. Heute betreue und pflege ich sehr oft eine MS-kranke Person nebenbei.

Ich denke, ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und pädagogischer Erfahrung entwickelt zu haben, und sehe keinen Grund, mein eigenes Kind nicht erziehen oder pflegen zu können."

Ich schaue, wie lange ich die Leute noch ruhig halten kann, damit sie meinen Vortrag, anhören. Noch nie fühlte ich so feste Augen in mir. Erik lächelt ein kleines bisschen mit ernster Miene und wartet gespannt. Er stärkt mich und zieht die anderen mit, weiter ruhigzubleiben. Oder sie tun das von sich aus, was ich nicht ganz glaube.

Mir ist mit dem, was ich jetzt sage unbehaglich, weil ich eine Person erwähne, die inzwischen jede Sympathie verloren hat. Doch ich rede:

„Wenn ich nicht so verzweifelt mit Dr. Sieknecht über die Medikamentenreduzierung hätte verhandeln müssen, könnten wir viel mehr gute Gespräche miteinander führen mit ähnlichen Ansichten, habe ich gemerkt. Manchmal gibt es kleinere Differenzen. Da erlebe ich Dr. Sieknecht konfliktunfähig. Sie, die Ärztin ist konfliktunfähig, ich nicht. Wir haben uns zusammen an einem Tisch gesetzt. Sie waren dabei, Herr Baumgart, Dr. Sieknecht bedrängte mich, ich solle die Gerichtsgutachterin bedrängen, damit sie mit ihren Recherchen zwecks Sorgerechts fertig wird. Simon erzählt mir danach, sie habe ihm gesagt, sein Vater könne das Sorgerecht für ihn nicht bekommen. Seine Mutter aber auch nicht, denn sonst würde er wieder in eine Klinik kommen und das will doch keiner. Herr Baumgart, was ist das für ein Quatsch?

Vielleicht sollte das Dr. Sieknecht einmal näher Begründen, und zwar vor uns allen. Wieso saßen wir an einem runden Tisch zusammen und sprachen angeblich gemeinsam eine Situation durch, die wir gemeinsam zu meistern versuchten? Um letztendlich doch keine klärenden Dialoge zu führen? Was hat Simon an Ehrlichkeit, Zusammenarbeit und Absprachen an diesem runden Tisch gelernt? Wie viel Zeit für Heuchelei wurde verbraucht? Ich hingegen bin sehr viel ehrlicher, offener und toleranter, wegen meiner speziellen Situation, aber auch charakterspezifisch. Ich möchte mich erklären, möchte Frau Sieknechts Beweggründe für diese Äußerung wissen und warum sie mit der Behandlungsweise aufhörte. Was jetzt mit uns geschehen ist, ist kein Zustand mehr ‚und das haben Sie zu verantworten, Herr Baumgart, Sie wollen diesen Zustand zulassen. Sie scheinen mitgemacht zu haben. Und wir haben keine Schuld daran. Das ging über unsere Köpfe hinweg.

Vergessen wir nicht, dass Simon sechs Wochen von seinen Eltern wegkommen sollte, damit es ihm besser geht. Ich machte das freiwillig mit. Nach diesen sechs Wochen sollte er notfalls in eine Einrichtung kommen, wenn nicht klar ist, wer das Sorgerecht behält.

Erst wenn ich das Sorgerecht habe und unser Lebensumfeld für Simon stabil und angemessen werde, wollte ich ihn zu mir holen. Es kann eine gute Zusammenarbeit mit vielen Institutionen und mir geben, das habe ich bewiesen. Eine gute Zusammenarbeit zwischen mir und Herrn Tannen, dem man Kompetenz wirklich nicht absprechen kann, besteht. Ich hoffe nur, Dr. Sieknechts Meinung spielt jetzt keine Rolle mehr. Die Psychiatrie hat zu viele menschliche Fehler an uns begangen. Sie kann nicht der Maßstab sein, an den sich ein Jugendamt halten kann, wenn es um die Bestimmung des Sorgerechts geht. Diese Psychiatrie muss lernen, Menschen zu behandeln. ‚Sie hat sich hinter dem Jugendamt versteckt‘, - Ihre Worte, Herr Baumgart.

Simon ist ein Opfer dieser unmenschlichen Umgangsweise geworden. Er kann sich an diesem Ort nicht mehr wohlfühlen. Er versteht diese Medikamentenumstellung überhaupt nicht mehr, denn er fühlte sich vorher fit und gesund. Er versteht die Besuchersperre, die ich bekomme mit Sicherheit nicht. Er ist nicht mehr in der Lage, irgendwem zu vertrauen, wenn er nicht so schnell wie möglich rausgeholt wird.

Dr. Sieknecht hatte eine Medikamentenumstellung im Hinterkopf, die sie unbedingt durchführen wollte, wenn auch nicht selbst. Es ging ihr nicht um eine schnelle Gesundung. Wie kann es passieren, dass Ärzte eine schnelle Gesundung aus den Augen verlieren?“

Ich mache eine Pause. Es ist ruhig im Saal. Baumgart holt Formulare aus seinem Schreibtisch, überlegt, wem er ein Formular zuerst in die Hand drücken sollte. Er reicht Erik eins rüber, der sich das anschaut. Ich beobachte ihn. Erik sagt nach einer Weile: „Ist das jetzt nicht ein wenig verfrüht. Es sind doch hier sehr viele Probleme angesprochen worden.“

Er überreicht mir das Formular, das er bekam. Ein Vertrag, den beide Eltern unterschreiben sollen. Er soll Simon in eine Einrichtung bringen. Dort solle er betreut werden. Beide Eltern sollen Simon die erste Zeit - sprich sechs Wochen lang - nicht sehen. Wo sind wir denn jetzt wieder gelandet? Am Anfang? Drehen wir uns weiter im Teufelskreis? Am liebsten möchte ich schreien, unterdrücke diese Notwendigkeit gerade noch und neue Ohnmacht macht sich in mir breit. Ich verweigere die Unterschrift.

„Ich werde mich bemühen, Kontakt mit der Klinik herzustellen“, versichert Herr Baumgart „ich werde sehen, dass ich die Kontaktsperre aufheben kann.“ Ich bin sehr unzufrieden über seine kläglichen Worte. Das kann doch nicht alles gewesen sein? Ich schaue zu Erik. Erik sagt noch nichts, bleibt aber auf seinem Stuhl sitzen, als wären wir noch lange nicht fertig. Alle bleiben sitzen.

„Wir sind hier alle sehr hilflos. Das wird deutlich. Dabei geht es auch um recht skandalöse Vorgänge seitens der Klinik“, versuchte Erik sich sanft einzubringen und fragt den ‚psychosozialen Dienst‘, ob er diese Hilflosigkeit, diese Ohnmacht nachvollziehen kann. Der ‚psychologische Dienst‘ hat da keine Einwände. Und Erik erklärt dem ‚psychologischen Dienst und Baumgart: „Dieser Junge leidet mit Sicherheit unter diesen skurrilen Machenschaften, immer wieder hört er Widersprüche. Der glaubt doch gar nichts mehr. Wie kann der das aushalten, eventuell bei einer bereits seelischen Erkrankung? Was ist das für eine verfahrene Situation? Schon allein für den Jungen müsste mehr passieren als die Aufhebung einer Besuchersperre, die ja auch wichtig ist. Der muss doch jetzt irgendwo hin, wo er wieder Halt finden kann“, meint Erik.

Wieder entsteht eine Pause. Ich sage: „Herr Baumgart, als Simon mit dem Herabsetzen der Medikamente gut klarkam, freuten sich alle und Sie sagten: ''Wenn das so bleibt, wird weiter heruntergesetzt', und gestern sagten Sie mir am Telefon: 'Der Junge werde in Kürze das Krankenhaus verlassen.'“

Baumgart sagt wieder, er wolle nicht in das medizinische Werk der Ärzte pfuschen? Er will die Besuchersperre aufzuheben versuchen? Er wird mich in Kürze anrufen. Mehr erfahren wir alle nicht. Alle verabschiedeten sich freundlich. Erik auch. Er versucht immer noch eventuell etwas Besseres herauszuholen, weiß wahrscheinlich noch nicht, was. Ich kann das nicht. Ich verabschiede mich von keinem und schaue auch keinen mehr an. Ich lasse mein Schriftwerk von sieben Seiten auf dem Schreibtisch liegen, es war an Baumgart gerichtet. Es wird das letzte Schriftwerk sein, das ich ihm übergebe. Ich wollte noch betteln um mein Kind, doch entferne ich mich zur Tür hinaus. Da sagt Herr Baumgart noch:

„Gestern im Krankenhaus habe ich mitbekommen, dass sich Simon und Dr. Stampfstein gut verstehen. Sie sind sehr kumpelhaft zueinander. Simon fühlt sich wohl.“

Mit Erik gehe ich ein Stück die Straße entlang zu einem historischen bekannten Platz unserer Stadt. Wir setzen uns auf eine Bank und ruhen uns ratlos aus.

„Vielleicht tut er mehr, als ihm während des Gespräches eingefallen ist. Er ist gezwungen, mehr zu tun. Aber da muss er allein draufkommen. Er braucht jetzt vielleicht Zeit“, hofft Erik, „wir müssen abwarten, Ilka.“ Bei unserer Verabschiedung sagt er noch: „Du hast ein enorm gutes Gedächtnis. Du hast gekämpft wie eine Löwin um ihr Junges, Ilka.“

Ich fange an von dem Arzt aus Ägypten zu erzählen: „Weißt Du, die Veranstaltung vor drei Monaten. Da lernte ich ihn kennen. Ich brauche nur bald das Besuchsrecht, zwei Flugtickets und dann sind wir weg.“ – „Ilka, das kannst du nicht machen!“ erschrickt Erik „Was denn, was soll ich denn machen? Besser als hier zu bleiben. Keiner weiß mehr, was hier mit meinem Jungen passiert. Dort soll ich eine Arbeit als Kindererzieherin bekommen und Simon auf eine deutsche Schule gehen.“ Ich fange wieder an zu weinen. „Dort weißt Du auch nicht, was Euch passieren kann.“ Wir sind still.

Er wird mehr tun, dieser Baumgart, aber nicht wie Erik hofft. Er wird mich einige Male anrufen. Erst einmal sei die Besuchersperre nicht aufgehoben. Aber er habe erreichen können, dass ein Gesprächstermin zur Erreichung der Aufhebung der Besuchersperre stattfindet, in vierzehn Tagen. Ich solle mir den Termin aufschreiben.

Er wird mehr tun, dieser Baumgart. Er ruft wieder an. Der Vater bekomme ebenfalls einen Termin zur Aufhebung der Besuchersperre, er dürfe Simon bald besuchen, damit Simon jemanden habe.“ – Also doch eine römische Arena.

Er wird mehr tun, dieser Baumgart. Er wird später wieder anrufen und sagen, dass Simon mit der Medikamentenumstellung kein Problem mehr habe, was er ja vorher irgendwie auch schon mal behauptet hatte. Danach wird Simons Opa sterben, - endgültig. Der Dr. Stampfstein sei dabei, Simon die Sache mit dem verstorbenen Opa zu vermitteln. Er sei ja so ziemlich die einzige befähigte Person, die in der Lage sei, so ein Ableben dem Jungen zu vermitteln. - Dr. Stampfstein, ein Henry mehr im Spiel also.

Dann wird er so ungefähr kurz vor dem Gesprächstermin zur Aufhebung der Besuchersperre bekannt geben, dass Dr. Stampfstein den Termin aufgehoben habe wegen Zeitmangel. Ich solle ja nicht anrufen und auch Baumgart selbst solle abwarten. Dr. Stampfstein würde sich wieder melden, wenn er Zeit habe. So, das war es dann wohl bis irgendwann.

Nein, nicht ganz. Baumgart werde mich wieder anrufen, sobald er von Dr. Stampfstein eine Nachricht bekommt. Ach, ich hatte ganz vergessen. Baumgart sagte noch, bevor der Termin zur Aufhebung der Besuchersperre noch nicht abgeblasen wurde: „ Übrigens, durch die Medikamentenumstellung wird Simon länger in der Anstalt bleiben müssen. Aber Simon habe damit keine Probleme. – Also wieder länger als drei Wochen.

Und danach wird er sagen, Simon habe sich schlecht benommen. Jetzt komme er wieder in die geschlossene Anstalt zurück. – Ich wünsche mir meinen Simon endlich tot, damit es ihm wieder gut geht. Ich bin soweit.

Noch am gleichen Tag benachrichtigt mich Baumgart, Simon wolle sich wieder benehmen. Jetzt darf er weiter bei Dr. Stampfstein bleiben. Und seine gesamten Nachrichten wird er als reine Information bekanntgeben. Vielleicht machen die mit mir dasselbe wie Henry mit Simon als der Opa im Sterben lag.

Danach wird er sagen, die Besuchersperre des Vaters sei jetzt aufgehoben, damit jetzt zwischen uns Waffengleichheit herrsche. Baumgart redet jetzt wie diseser Stampfstein, klar, er gibt nur Informationen weiter, mehr Aufgaben scheint er nicht zu haben. Obwohl in der Akte des Jugendamtes niedergeschrieben sein soll, Simons Vater unterdrücke, demütige und bedrohe Simon.

Schon wieder Waffengleichheit? Ich stehe im heißen Sand der römischen Arena. Ich möchte Simon drücken und erreiche ihn nicht. Wir stehen alle wie festgeklebt in der römischen Arena und schauen nach oben. Dr. Stampfstein als König schaut herunter und wartet auf den nächsten Kampf. Dr. Fuck, Dr. Sieknecht, Dr. Ramm, die Psychiater, sitzen um ihn herum in der ersten Reihe. Sie genießen ihre Plätze ganz oben. Frau Mull sitzt in der zweiten Reihe. Wo ist die Gerichtsgutachterin und wo die Richter, haben die auch schon Platz genommen? Frau Möller und Herr Baumgart sitzen in der dritten Reihe. Alle freuen sich auf das Spektakel. Wir wollen nicht kämpfen. Durch mein Vertrauen habe ich sie geholt. Jetzt gucken sie nicht nur zu, sie helfen nach.

Sie vergnügen und nähren sich von uns. Sie existieren, weil es uns gibt. Weil wir in ihre Hände geraten sind. Kein Wunder, dass keiner von Ihnen Interesse hat, mir Simon oder mein Sorgerecht zurückzugeben.

Eigentlich liege ich tot auf dem Sofa. Das einzige auf der Welt, das hier überhaupt einen Wert hat, ist Simon.

Baumgart ruft wieder an: „Simon ist in die geschlossene Klinik eingeliefert worden. Der Junge konnte sich wieder nicht benehmen.“
(© Ilona Meschke 2008)

(siehe unten aus der Zeitung eines Gen-ethischen Informationsdienst in Berlin)


Tintenfass

Freie Gruppe
Buch und Kunstwerkstatt in Braunschweig

… es knistert …

… oder brennt es schon? …


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Kommentar


Gen-ethischer Informationsdienst Berlin
Nr. 147 – Ausgabe Aug./Sept. irgendwann

GID
Biologische Psychiatrie
Parma-Ausstellung:
Psychiatrie als Freizeitparkerlebnis?

In der biologischen Psychiatrie wird stark auf die Verabreichung von Medikamenten gesetzt, um Depressionen, Schizophrenie oder Angstzustände zu behandeln. Das große wirtschaftliche Interesse an diesem Pharma-Markt zeigte sich dementsprechend auch beim Weltkongress der Biologischen Psychiatrie im Juli in Berlin deutlich: Ganze Vortragsreihen wurden von Pharmakonzernen gesponsert, in „Meet-the-Experts“-Veranstaltungen gaben zahlreiche Vertreter verschiedener Medikamentenhersteller Erklärungen ab – zum Beispiel Pfizer zu Angstzuständen, Novartis zu Suchtproblematiken und Lilly zu Depressionen. Und in den Untergeschossen des Kongresszentrums ICC war sogar eine Messe der internationalen Pharmaindustrie ausgerichtet. Von Fabian Kröger und Annette Grund

Mit riesigen silbernen Röhren und einem Psycho-Kino zogen vor allem die Areale der Pharmakonzerne Janssen-Cilag  (http://www.janssen-cilag.com/) und Lilly (http://www.lilly.com/) während des Kongresses die Aufmerksamkeit der BesucherInnen auf sich. Dass sich die Firmen mit ihrer Werbung deutlich von den üblichen Markständen der Pharmaindustrie absetzen konnten, verdankten sie den aufwändigen Konzepten innovativer Kunst-Agenturen.

Das Areal der Firma Lilly war von einer riesigen silbernen Röhre dominiert, in der sich zwei von der britischen Marketing-Agentur Silvernight konzipierte Ausstellungen befanden. Die erste Ausstellung nannte sich „Depression Exhibit“ und sollte die Erlebniswelt Depressiver visualisieren. Nach dem Eintritt in die Röhre fand sich der Besucher in einer großstädtischen Straßenschlucht wieder. Bläulicher Trockeneisnebel sollte den Eindruck von Abgasen erwecken. Kulissenhaft ließen sich von untern angestrahlte Wolkenkratzer erkennen. Quietschende Reifen, hupende Autos, Sirenengeheul und Hundegebell sorgten hier dafür, dass die BesucherInnen rasch den nächsten Raum aufsuchten. Hier saß ein violett angestrahlter aufgeblasener „Nilpferdmensch“ vor einem grau flimmernden Bildschirm. Die überdimensionale Figur sah aus wie ein Kissen, das mit dem steinernen Sessel verwachsen ist. Der Sessel selbst schien Gliedmaßen ausgebildet zu haben. An der Wand im Hintergrund hingen drei Fotografien: Eine schwarze Frau von einem Springbrunnen, hinter ihr schemenhaft ein Kind. Daneben eine Nahaufnahme der Frau, lachend. eine weitere Abbildung zeigte eine weiße Frau, die lächelnd, aus einem Fenster in die Ferne blickt.  Es war still. Der dritte Raum empfing einen mit eindringlichem metallischen Klopfen, Knarren und Türenschlagen. Irrgartenähnlich hingen einem in schwarzweißem Graffiti-Style gehaltene Bilder im Weg: Ein Mann versuchte sich an einer Mauer hochzuziehen, eine andere Person rüttelte an den Gitterstäben eines Gefängnisses, eine Frau stieß ein Fenster von innen auf. Der letzte Raum war hell beleuchtet, die Wände waren mit einer Fototapete verkleidet. Umgeben von Sommerwäldern konnte man auf zwei Bildschirmen Lillys Werbefilm sehen. Eine erst in düsteren Industriegegenden, dann im hellen Wüstensand joggende Frau wurde abgelöst von einer anderen Frau, die glücklich einen vor sich stehenden Geburtstagskuchen betrachtete. Darüber eingeblendet war die ganze Zeit ein Schriftzug zu sehen, der sich von „seconds fell like minutes“ in „seconds feel like days“, „...months“, „...years“ verwandelte und in dem Abschlussatz „depression feel like a lifetime“ gipfelte. Damit sollte wahrscheinlich darauf hingewiesen werden, dass einige depressive Menschen oftmals das Zeitgefühlt verlieren und große Angst haben, dass eine Depression ihr Leben lang andauern könnte. Den Abschluss bildete das Logo der Firma Lilly in Rot auf weißem Grund, darunter werden „Answers That Matter“ versprochen. Am Ausgang des dunklen Schachtes nutzte das Unternehmen die Gelegenehit, für das einschlägig bekannte Antidepressivum Prozac zu werben.

Schizophrenie:
Erlebnisse mit Happy End?

Auf der anderen Seite der Röhre wartete die „Schizophrenia Exhibit“ auf BesucherInnen. Sie bot einen Rundgang durch die Psyche eines Schizophrenen aus der Sicht der Pharma-Industrie. Zunächst fühlte man sich in eine Disco versetzt. Es war vollkommen dunkel. An den teilweise verspiegelten Wänden kreisten violette, gelbe und rote Kringel. „Pssst!“ machte es, mal lauter, mal leiser. Hatte man ein auf den Boden projiziertes blinkendes Augenpaar durchschritten, empfingen einen im nächsten Raum angstvoll schreiende Gesichter. Eine in den Boden eingelassene leuchtende Glasplatte zeigte einen Mann ohne Unterleib, der schreiend beide Arme hob. Er schien zu brennen, sein Bild zersprang in fünf Stücke. Der in Dämmerlicht getauchte Raum wurde ununterbrochen von penetranten Klopfgeräuschen durchdrungen. Auf sieben riesigen, von der Decke herabhängenden Tafeln sah man grob gerasterte schwarzweiße Portraits. Von Spots angestrahlt, zeigten sie schmerzverzerrte Gesichter: augerissene Münder, zugekniffene Augen. Ein bis zur Decke reichender Schattenrisss zeigte das Gesicht eines mannes, bei dem nur Stirn und Nase erleuchtet waren, der Mund war weit aufgerissen, schreiend, die Augen liegen im Dunklen. Der dritte Raum war vollständig verspiegelt und wurde von permanentem Telefonklingeln durchschrillt. Knapp 50 Telefonhörer hingen an Schnüren von der Decke herab, violett beleuchtet. Ab und zu hörte man eine Frauenstimme „Hello?“ sagen, es antwortete aber niemand. Das einzige vollständige Telefon stand auf einem Glassockel und funktionierte nicht. Auch der zweite Rundgang endete mit dem oben bereits erwähnten „Erlösungsfilm“ der Firma Lilly. Am Ausgang wurden einem Prospekte für das gegen Schizophrenie eingesetzte Lilly-Medikament Zyprexa ausgehändigt. Einem Fernsehteam, das in beiden Austellungen filmen wollte, wurde die Drehgenehmigung verweigert.

Horror-Kino der Pharmawelt:
In der nächsten Halle präsentierte die Johnson & Johnson-Tochter Janssen-Cilag eine Art Psycho-Kino. Der Pharmakonzern, der die gegen Schizophrenie und Psychosen eingesetzten Medikamente Risperdal und Haldol produziert, versprach mit seiner Präsentation eine Begegnung mit der Realität der Schizophrenie: „Stellen Sie sich vor, Sie könnten einige Momente eines Lebens ausprobieren, in dem der Alltag entsetzlich werden kann. Wo die für Psychosen typischen Täuschungen und Halluzinationen aus der Wechselbeziehung zwischen Realität und einem langsam verfallenden Geist entstehen.“

Um das „Paved with fear“ – „Gepflastert mit Angst“ – genannte Kino betreten zu können, musste der Besucher seinen Namen und sein Herkunftsland in einen Computer eingeben. Als nächstes wurde ihm zur Vorbereitung ein kurzer Quicktime-Film vorgespielt: Ein alltäglicher Bummel durch eine sommerliche urbane Szene, vorbei an Baustellen und Einkaufspassagen. Dann ging es los. Bevor die Assistentin die Tür zum Kino öffnete, sagte sie noch: „Haben Sie keine Angst, so schlimm ist es nicht.“ Sie wies einen an, sich auf eine in den Kabinenboden eingelassene runde Metallplatte zu stellen und sich an dem davor befindlichen Geländer festzuhalten. Dann schloss sie die Tür. Der zu Anfang gezeigte Kurz-Film lief nun noch einmal ab – stark verfremdet. Menschen, Häuser, Bäume, Treppenstufen waren in gleißendes Licht getaucht. Stolpernd und suchend tastete man sich durch das Straßengeschehen. Bedrohliche Stimmen redeten auf einen ein und versuchten, die Richtung vorzugeben. Suchend tastete der Blick den Boden ab, blieb an einem Straßenpfosten hängen. Eine Autofahrerin lächelte einem irritiert – mitleidig zu. Die Menschen betrachteten einen Fisch im Aquarium, ihre Gesichter verschwammen. Schrille Töne erschreckten einen. Man begann zu rennen, rempelte Passanten an – die Metallplatte im Boden des Kinos versetzte einem Stöße, begann sich zu drehen, so dass man den Halt verlor. In der Einkaufspassage angekommen, raste der Blick auf einen telefonierenden Geschäftsmann zu. Auf einmal wirkte er sehr bedrohlich. Sprach er über einen? Plante er etwas? Plötzlich sah man sich selbst auf dem Titelblatt einer Tageszeitung abgebildet. Man wurde gesucht. Auch das noch.

„Zwei bis drei Personen müssen pro Tag aus dem Kino geholt werden, weil sie es nicht aushalten“, erklärte Bart van der Kant, der die Installation konzipierte. Als hätte er eine neue Form der Diagnostik entwickelt, fragte er sich, „ob es ein Psychiater oder eher ein Patient ist, der da nicht mehr klarkommt“, Van der Kant ist Geschäftsführer von „ecetera“, einer von Janssen-Cilag mit dem Projekt beauftragten audiovisuellen Konzeptagentur aus Belgien. Die Installation „Paved with fear“ wäre bereits zum dritten Mal auf einer Messe eingesetzt worden und sei nicht nur für mit dem Thema vertraute WissenschaftlerInnen gedacht, sondern auch für andere Zielgruppen wie StudentInnen.

Viele Ursachen, eine Therapieform?
Es verwundert nicht, dass die Pharmaindustrie so stark bei einem Kongress präsent ist, bei dem es vor allem um die Suche nach biologischen und genetischen Ursachen psychischer Erkrankungen geht. Denn VertreterInnen dieses Ansatzes gehen davon aus, dass „psychische Störungen“ und „Störungen“ im biochemischen Haushalt der erkrankten Menschen zusammenhängen und dementsprechend auch biochemisch geheilt“ werden können. Umstritten ist lediglich, was zuerst kommt – die „psychische Störung“ oder die Stoffwechselstörung. Beides jedoch könnte – und hier schließt sich der Kreis – auch genetisch (mit)verursacht werden, jedenfalls glauben daran einige Wissenschaftler, Psychiater und Genomforscher (siehe auch Artikel „Der Geist..“ von Fabian Kröger.

Grundsätzlich geht die biologische Psychiatrie zwar davon aus, dass es multifaktorielle Ursachen für eine psychische Erkrankung geben kann und Biologische und „umweltbedingte“ Ursachen (bis auf die „harten“ Fälle ererbter, ausschließlich biologisch bedingte psychischer Erkrankungen wie zum Beispiel das Tourette-Syndrom) nicht klar voneinander abgrenzbar sind. So kann die Disposition für eine psychische Erkrankung erblich-biologisch, biologisch, individuell-intrapsychisch oder durch Umweltfaktoren bestimmt werden. Das Gleiche wie für die Disposition gilt auch für die Faktoren, die eine psychische Erkrankung auslösen können: Umstellungen im Stoffwechselhaushalt ( zum Beispiel alter, Zyklus) falsche Ernährung (das „Glückshormon“ Serotonin wird zu 90 Prozent im Darmtrakt produziert), intrapsychischer Stress (zum Beispiel sexueller Missbrauch, erste Liebesbeziehung, Verlust eines geliebten Menschen) und/oder „äußere“ Stressfaktoren wie zum Beispiel Beziehungsstress, Arbeitsplatzverlust, grundsätzlich „stressaufgeladene“ gesellschaftliche Bedingungen.

Im Idealfall versteht sich die biologische Psychiatrie dementsprechend als ein Therapieansatz, unter vielen anderen möglichen wie zum Beispiel Psychotherapien, Psychoanalyse oder Diät.

Psychopharmaka mit ihren weitgehend ungeklärten Wirkungsmechanismen, vielen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen sind in dieser Konzeption eigentlich nur PatientInnen „vorbehalten“, deren subjektives Befinden sich selbst dann nicht verbessert, wenn durch anderer Therapieformen mögliche Auslöser reduziert werden könnten. Eine zweite Gruppe sind PatientInnen in akuten Krisen, deren „Unansprechbarkeit“ bei gleichzeitiger eigen- oder Fremdgefährdung verhindert, das eine Entscheidung über eine geeignete Therapieform gefällt werden kann. Im Idealfall ist der Einsatz pharmakologischer Mittel also sehr begrenzt.

Volkskrankheit „Depression“?
Fakt allerdings ist, dass sich die biologische Psychiatrie zunehmend zu einer Art „biochemischen Management“ auch für leichte und mittlere psychische Störungen entwickelt hat. Zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil hat auch die neue Klassifikationsform psychischer Erkrankungen in den Diagnosehandbüchern DSM-4R(Diagnostic and Statistical Manual) und CIDI (Composite International Diagnostic Interview) zu dieser Entwicklung beigetragen: Sie verzichten weitgehend auf Kategorien zu den Ursachen der Erkrankung und erfassen Symptomkomplexe rein beschreibend. Eine solche Sicht auf psychische Erkrankungen favorisiert strukturell eine ausschließlich an Symptomen ausgerichtete Therapieform und lässt damit eine an den Ursachen der psychischen Störungsorientierte Differenzierung innerhalb des therapeutischen Angebots ins Leere laufen.

Bestes Beispiel hierfür ist die Depression. Die Weltgesundheitsorganisation WHO konstatierte letztes Jahr, das im Jahr 2020 voraussichtlich jeder fünfte Mensch einmal in seinem Leben an einer Depression erkrankt sein würde. Damit wäre die Depression nach kardiovasulären Erkrankungen die zweithäufigste Krankheit.

Was jedoch als eine „Depression“ definiert wird, liegt weitgehend im Ermessens- und Interpretationsspielraum der PatientInnen, PsychiaterInnen und Pharmakonzerne und ist kontextspezifisch. So versteht man seit einigen Jahren unter „Depression“ einen Zustand von Unglücklichsein, Appetitverlust und Schlafproblemen. Diese Symptomatik wurde früher unter der Bezeichnung “Melancholie“ zusammengefasst und sollte eigentlich einer Behandlung mit pharmakottherapeutischen Antidepressiva nicht bedürftig sein. Und trotzdem brachte die pharmakologische Behandlung der Depression in der internationalen psychiatrischen Praxis dem Pharmakonzern Lilly (Prozac) Gewinne in Milliardenhöhe ein. Zehn Jahre nach der Zulassung von Prozac durch die amerikanische Gesundheitsbehörde und der Einführung auf dem nordamerikanischen Markt kann der Konzern konstatieren, dass über 38 Millionen Menschen das Antidepressivum konsumieren.

Ein Erfolgsrezept: Sanftes Gift?
Als Eli Lilly Inc. im Januar 1988 Prozac auf dem US-amerikanischen Psychopharmamarkt einführte und in Großbritannien GlaxoSmithKline wenig später mit seinem Mittel Seroxat nachzog, war die Begeisterung groß. Die Werbekampagnen für die neuen SSRI-Antidepressiva (Selective Serothonin Reuptake Inhibitors/Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) versprachen, dass diese Medikamente weniger Nebenwirkungen hätten als die „alten“ trizyklischen Anti-Depressiva Valium und Lithium, dass sie ein „sanfteres“ biochemisches Gift seien als die ältere Generation der Benzodiazipine, dass bei einer Einnahme der neuen Wundermittel keine Suchtgefahr und keine Möglichkeit zu einer Überdosis bestehe.

Die „neue“ Klasse der SSRI-Antidepressiva mit ihrem Wirkstoff Fluoxitin griffen in den Stoffwechsel des „Glückshormons“ Serotonin ein. Man hatte beobachtet, dass unter anderem bei Menschen mit Depressionen der Serotonin-Stoffwechsel gestört ist und der Serotonin-Spiegel im Gehirn dieser Menschen niedrig ist. Ein SSRI-Präparat wie zum Beispiel Prozac von Lilly hebt über den Einfluss auf den Stoffwechsel biochemisch den Serotonin-Spiegel im Gehirn und soll so zum besseren Befinden der Erkrankten beitragen. In Deutschland ist die Prozac-Variante Fluktin (Fluoctin-ratiopharm,) zur Behandlung von depressiven Störungen „unterschiedlicher Ursache“, von Zwangsstörungen und von Bulimie zugelassen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen:
Ab Anfang der 90er Jahre wurde die „Glückspille“ Prozac und ähnliche Produkte („Copy-Cats“) außerhalb klinischer Testreihen massenhaft eingesetzt – und bescherte den SSRI-Produzenten und der Pharmaindustrie einen gehörigen Imageschaden. Die KonsumentInnen zeigten nach Absetzen des Medikaments schwere Suchtsymptome und die proklamierten „geringeren“ Nebenwirkungen (unter anderem Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautausschläge, Fieber, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, Erregungszustände) erwiesen sich über die Angaben im Beipackzettel hinaus als potentiell tödlich: Die Erhöhung des Serotonin-Spiegels im Gehirn führte in einigen Fällen zu nicht aus der Krankheitsgeschichte zu erklärenden außerordentlich gewalttätigen Selbstmordversuchen, Selbstmorden, Mord an Personen des nahen Umfeldes und Amokläufen. Schadenersatzklagen gegen den Konzern wurden bis Anfang 1999 durch außergerichtliche Vergleiche in Millionenhöhe verhindert. Schließlich machte die „Forsyth-Anhörung“ Anfang 1999 auf Maui/USA deutlich, dass die neuen SSRI mit Vorsicht einzusetzen sind und diese Tatsache beim Zulassungsverfahren vor der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde bewusst verschwiegen wurde.

Bill Forsyth hatte im März 1993 nach 11 Tagen Prozac überraschenderweise seine Frau mit 15 Messerstichen umgebracht und sich anschließend selbst erstochen. In der von den Familienangehörigen angestrengten Anhörung über die Rolle von Prozac bei diesem Amoklauf kamen Akten der klinischen Forschung des Konzerns zu Tage, die schon bei Testreihen mit ausschließlich „gesunden“ Versuchspersonen Selbstmordgedanken, Selbstmordversuche und zwei vollendete Selbstmorde belegten. Die Argumentation des Pharmakonzerns, die erhöhte Selbstmordrate und Prozac-KonsumentInnen sei auf die ursächliche „Depression“, nicht aber auf das Medikament beziehungsweise einen übermäßig erhöhten Serotonin-Spiegel im Gehirn zurückzuführen, wurde mit der Veröffentlichung der ansonsten unter Verschluss gehaltenen Daten des Konzerns hinfällig. Dr. Healy, Direktor de „Nordwalisischen Departments für psychologische Medizin“ und anerkannter britischer Psychiater und Medizinhistoriker, der als Sachverständige den Familienangehörigen zur Seite stand, kam nach der Lektüre konzeninterner Akten und Datenreihen aus klinischen Versuchen zu dem Schluss: „Basierend auf den veröffentlichten Daten, wäre die einzige vernünftige Schätzung für die Zahl von Menschen w3eltweit, die sich wegen Prozac zu töten versucht haben, seit das Mittel eingeführt wurde, eine Viertelmillion – rund 25.000 davon werden schließlich Erfolg gehabt haben.“ (Guardian, 30.10.99)

Anders als bei dieser Anhörung, die trotz des belastenden Materials mit einem Freispruch für Lilly und die SSRI-Pharmaindustrie ausging, endete der „Schell-Prozess“ (Wyoming, USA) im Juni dieses Jahres mit einem Schuldspruch: Ein Geschworenengericht verdonnerte den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline zu einer Schadensersatzzahlung von 4,6 Mio. Dollar an die Hinterbliebenen von Donald Schell, der nach zwei Tagen Seroxat seine Frau, Tochter, Enkelin und anschließend sich selbst tötete. Auch in diesem Prozess kamen Unterlagen an die Öffentlichkeit, die das Wissen des Pharmakonzerns um die Risiken des Medikaments belegten. Über 200 weitere Verfahren sind anhängig.

Prozac - gegen Menstruationsbeschwerden?
Trotz dieser Fälle sind SSRI-Medikamente inzwischen sogar noch für weitere Nutzergruppen freigegeben worden. So ließ im Juni 2000 die US-amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) Prozac zur Behandlung von Frauen mit prämenstruellem Syndrom (PMDD; Premenstrual Dysphoric Disorder) zu. Im Pressekommuniqué lobte die FDA ausdrücklich das Marketing-Konzept von Lilly. Dieses sieht vor, Prozac unter anderem Namen (Sarfem) und in anderer Pilleneinfärbung auf dem Markt einzuführen, um den Menschen „den Unterschied zwischen PMDD und Depression deutlich zu machen.“ Die Zulassung zugrundliegenden Daten wurden in klinischen Versuchsreihen mit Frauen erhoben, die keine orale Schwangerschaftsverhütungsmittel einnahmen. Eine der zwei Versuchsreihen wurde von Lilly finanziert. Ein Hinweis auf die Selbstmordgefährdung und anderen Risiken bei Einnahme des Psychopharmakas wird im US-amerikanischen Beipackzettel fehlen.

Quellenverzeichnis und Autoren:
des nachstehenden Artikels einer kritischen Gentechnik-Zeitschrift
Fabian Kröger ist freier Wissenschaftsjornalist. Annette Grund hat unter anderem Soziologie und Politologie studiert und arbeitet als freie Journalistin und Übersetzerin in Berlin.

Quellen: Boseley, Sarah (1999): „They said it was safe“, The Guardian 30.10.99; Bosleley, Sarah (2001): “Are We Really More Miserable”, The Guardian 09.01.01; Boseley, Sarah (2001): “Murder, Suicide. A Bitter Aftertase For The “Wonder” Depression Drug”, The Guardian 11.02.01;Boseley, Sarah (2001): “Swallowing the Company Line- Call For Open Trials”, The Guardian 14.06.01; Dillner, Luisa (2000): “Nature’s Own Prozac”, The Gardian 05.09.00; Langbein, martin, Weiss (1999): “Bittere Pillen. Ausgabe 1999-2001. Nutzen und Risiken der Arzneimittel”; Spartos, Carla (2000): „Sarafem Nation: Renamed Prozac Targets huge Market: Premenstrual Women“, Village Voice Dec.2000; Tracy, Ann Black (1994) „Prozac Panacea or Pandora?“; Cassia Publications, Utah.