Vorwort

Warum wird stets eine Erklärung verlang für das, was man tut?
Warum muss ich mich ständig rechtfertigen für das, was ich getan habe?


Im Jahre 2004 oder 2005 entstand in Braunschweig ein Schloss, ein Konsumschloss, auf dem damals sogenannten Schlosspark. Es wurden dabei die teilweise noch alten Bauteile eines bombardierten Schlosses genutzt, um eine Schlossfassade aufzustellen. Angebaut wurde dieser Schlossattrappe ein riesengroßes Verkaufszentrum.

Durch dieses Prestigeobjekt der Stadt musste ein wirklich schöner großer historischer Park mit dreihundertjährigen Bäumen darin, vernichtet werden. Dieses „Schloss“ wurde gebaut, obwohl zu dieser Zeit die Bürgerinitiative Schlossparkfreunde achtzig leer stehende große und kleine Geschäftsräume in der Innenstadt fotografierten und vor das Rathaus legten.

Eine Art Konzernmonarchie, meine ich mal, wurde danach gefeiert, indem 2009 durch eine Herzog Otto Ausstellung ein Herzog Otto wiederbelebt wurde, den keiner vorher kannte, und über dem in der Vergangenheit sehr wenig geschrieben wurde. In diesem Jahr wurde von Kritikern recherchiert, die festgestellt haben wollten, dass dieser Herzog gar nicht so edel gewesen sei. Meiner Meinung nach hätte Braunschweig anderer Menschen, statt diesem Otto gedenken können. Ich meine, es gab viele, die es wert gewesen wären.

In diesem Jahr, 1913, soll für viel Geld die hundertjährige Heirat der Herzöge Victoria-Luise und Ernst-August in Braunschweig gefeiert werden. Sie heirateten in Berlin, kamen dann nach Braunschweig, um zu regieren.

Silvester 2009 drückte man mir ein Buch in die Hand: „Brunonia mit rotem Halstuch“ von Peter Berger. Als ich dieses Buch gelesen hatte und danach vor dem Schlossattrappen der Stadt Braunschweig stand, kam in mir Freude auf. Mir wurde klar, dass menschliche Gedanken und menschliche Phantasie viel wahrer, viel realistischer, viel mehr ist, als eine kalte tote Mauer, die uns etwas sagen will. Und während des Heimweges entstand in meinem Kopf Luisa Braunschweig, die schicksalsmäßig dafür bestimmt war, sich mit der Novemberrevolution in Braunschweig zu befassen und ihre Kenntnisse weiterzutragen.


Zur Geschichte ist noch zu sagen:
Luisa stammt aus einer Arbeiterfamilie. Es drängt sie, mehr über diese damalige Revolution zu erfahren.

Wie entstand sie? Wie ist sie geplant?
Wie konnte es passieren, dass alle mitmachten?
Fasziniert uns das in irgendeiner Weise?

Luisa besitzt eine besondere Gabe. Sie sieht Gestalten, die zu jener Zeit lebten. Sie beobachtet, wie diese Gestalten handelten und was sie taten. Diese Handlungen sind einem Buch von Ehm Welk entsprungen: "Im Morgennebel", ein wenig verkürzt. Ein wenig verändert, aber die wichtigsten Verhaltenweisen, die die Menschen von damals erklären sollen, sind enthalten.

In dieser Geschichte wurde der Versuch gestartet, die Novemberrevolution 1918 in Braunschweig in ein Märchen einzubetten, wobei die historischen Sachverhalte erhalten geblieben sind. Darauf habe ich sehr viel Wert gelegt.

Achtung!
An alle Leser:
Luisa bekommt auf ihre Reise in die Novemberrevolution zwei Freunde mit. Alle haben die Gabe, plötzlich Zeitsprünge in die Vergangenheit zu unternehmen. Sie stehen dann mitten in der Revolutionszeit. Jeder Leser, jede die Leserin muss aufpassen, um durch diese Zeitsprünge nicht irritiert zu werden.
Ilona Meschke


Freie Gruppe

Buch und Kunstwerkstatt in Braunschweig
… es knistert …
… oder brennt es schon? …

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